Bauernregeln heute

Schafskälte: der Kälteeinbruch im Juni

Zwischen dem 4. und 20. Juni wird es in Mitteleuropa oft noch einmal deutlich kühler. Am häufigsten trifft das um den 11. Juni ein, den Tag des heiligen Barnabas.

Datum
4. bis 20. Juni, Maximum um den 11. Juni
Lostag
St. Barnabas, 11. Juni
Temperatursturz
Fünf bis zehn Grad innerhalb weniger Stunden
Ursache
Kühle, feuchte Luft aus Nordwesten
Trefferquote
61 Prozent in den letzten 100 Jahren, zuletzt 33 Prozent

Die Regeln

11. Juni: St. Barnabas

  • Nach Barnabas die Sonne weicht, auf Luzia (13. Dezember) sie wieder zu uns schleicht.
  • St. Barnabas niemals die Sichel vergaß, er hat den längsten Tag (stimmt nicht!) und das längste Gras.
  • Sankt Barnabas schneidet das Gras.
  • Mit seiner Sens’ der Barnabas kommt her und schneidet ab das Gras.
  • Wenn St. Barnabas bringt Regen, gibt’s reichen Traubensegen.
  • Regnet es an Barnabas, schwimmen die Trauben bis ins Fass.
  • Der Barnabas macht, wenn er günstig ist, wieder gut, was vielleicht schon verdorben ist.

Einordnung

Die Schafskälte ist eine meteorologische Singularität. Zwischen dem 4. und 20. Juni strömt oft kühle und feuchte Luft aus Nordwesten nach Mitteleuropa, die Temperatur fällt dann innerhalb weniger Stunden um fünf bis zehn Grad. Am häufigsten geschieht das um den 11. Juni.1

Ihren Namen hat sie von den Schafen. Sie waren bis dahin meist schon geschoren, und für frisch geschorene Tiere kann der Kälteeinbruch gefährlich werden, besonders auf der Alm. Mutter- und Jungtiere schor man deshalb erst nach Mitte Juni.1

Die Ursache liegt im Unterschied zwischen Land und Meer. Im Juni ist das Land schon stark erwärmt, das Meer noch kühl. Ein Tiefdruckgebiet über Europa führt dann Kaltluft polaren Ursprungs heran, der Wind dreht von Südwest auf Nordwest.1

Die Schafskälte kommt nicht in jedem Jahr. In den letzten 100 Jahren trat sie mit 61 Prozent Wahrscheinlichkeit ein, im Zeitraum 1921 bis 1990 sogar mit 73 Prozent. In den letzten 30 Jahren sank der Wert auf 33 Prozent. Im Alpenraum zeigen sich oft zwei Kältevorstöße, einer um den 3. bis 5. Juni und einer um den 15. bis 21. Juni.1

Die Bauernregeln dazu hängen meist am heiligen Barnabas, dessen Tag am 11. Juni genau ins Häufigkeitsmaximum fällt. Eine seiner Regeln sagt, er habe den längsten Tag. Nach heutigem Kalender stimmt das nicht. Eine eigene Rechnung der Redaktion: Zählt man die zehn Tage hinzu, die bei der Kalenderreform von 1582 übersprungen wurden, landet der 11. Juni des alten Kalenders beim 21. Juni, also nahe der Sommersonnenwende.123

Alle Regeln des Monats: Bauernregeln im Juni

Häufige Fragen

Wann ist die Schafskälte?

Zwischen dem 4. und 20. Juni, am häufigsten um den 11. Juni. Neuere Untersuchungen nennen im Mittel den 11. bis 20. Juni.

Kommt die Schafskälte jedes Jahr?

Nein. In den letzten 100 Jahren lag die Wahrscheinlichkeit bei 61 Prozent, in den letzten 30 Jahren nur noch bei 33 Prozent.

Quellen

  1. Wikipedia: Schafskälte (Version 267875241)
  2. Wikipedia: Gregorianischer Kalender (Version 268575048), Kalenderreform 1582
  3. Wikipedia: Liste von Bauernregeln (Version vom 30. September 2026), Regeltexte

Regeltexte: Wikipedia-Artikel „Liste von Bauernregeln“ (Version vom 30. September 2026), Autoren siehe Versionsgeschichte, Lizenz CC BY-SA 4.0. Verändert: nach Kalendertagen geordnet, Gedankenstriche durch Kommas und Verweispfeile durch „siehe“ ersetzt, mit „oder“ angegebene Varianten als eigene Regel aufgeführt, Anmerkungen teils abgesetzt, Zeilenumbrüche vereinheitlicht. Die Zusammenstellung der Regeln auf dieser Seite steht ebenfalls unter CC BY-SA 4.0.

Der Text dieses Artikels ist eine freie Bearbeitung des Wikipedia-Artikels „Schafskälte“ (Version 267875241), Autoren siehe Versionsgeschichte, Lizenz CC BY-SA 4.0. Er steht ebenfalls unter CC BY-SA 4.0. Bearbeitung und Auswahl: Redaktion Bauernregeln heute.