Bauernregeln heute

Martini: 11. November

Am 11. November endete früher das bäuerliche Wirtschaftsjahr. Abgaben wurden fällig, Dienstverhältnisse begannen und endeten. Die Wetterregeln des Tages fragen vor allem nach einem: dem kommenden Winter.

Datum
11. November
Heiliger
Martin von Tours, Grablegung 11. November 397
Bauernjahr
Ende des Wirtschaftsjahres, Abgaben fällig
Regel im Kern
Das Wetter an Martini zeigt den Winter an
Brauchtum
Martinsgans, Martinszug, Martinssingen

Die Regeln

11. November: St. Martin

  • Wenn an/nach Martini Nebel sind, wird der Winter meist gelind.
  • Wenn um Martini Regen fällt, ist’s um den Weizen schlecht bestellt.
  • Ist Martini klar und rein, bricht der Winter bald herein.
  • Wolken am Martinitag, der Winter unbeständig werden mag.
  • Hat Martini einen weißen Bart, wird der Winter lang und hart.
  • Wenn die Martinsgänse auf dem Eise geh’n, muss das Christkind im Schmutze steh’n.
  • Wenn’s Laub nicht vor Martini fällt, kommt eine große Winterkält’.
  • Sankt Martin Sonnenschein, tritt ein kalter Winter ein.
  • Sankt Martin setzt sich schon mit Dank am warmen Ofen auf die Bank.
  • Sankt Martin kommt nach alten Sitten zumeist auf einem Schimmel geritten.
  • Schon nach der Allerheiligenmiss ist der Bauer des Winters gewiss; wenn er dann noch nicht kommen mag, dauert es nur bis Martinitag.
  • Michel mahnt, Martin zahlt. (Sankt Martin als Steuerheiliger)
  • Martini enter 'n I[nn] wirft der Winter hin (liegt am St. Martins Tag Schnee am Ostufer des Inns bei Rosenheim wird der Winter mild)

Einordnung

Der Martinstag, in Bayern und Österreich Martini genannt, ist das Fest des heiligen Martin von Tours. Das Datum leitet sich von seiner Grablegung am 11. November 397 ab.1

Für die Bauern markierte Martini das Ende des Wirtschaftsjahres. Der neue Wein wurde probiert, das Vieh kam von der Weide, und der Zehnt war fällig, oft in Naturalien, auch in Gänsen. Pacht-, Zins- und Dienstverhältnisse begannen und endeten an diesem Tag. Landpachtverträge nennen Martini bis heute häufig als Anfangs- und Endtermin.1

Ein Erklärungsversuch führt die Martinsgans auf diese Abgabetermine zurück, die Verbindung von Gänsen und Pachttermin gilt in der Forschung als älter als die Legenden. Die bekannten Legenden, nach denen schnatternde Gänse den Heiligen verraten haben, sind erst seit dem 16. Jahrhundert belegt und gelten als nachträgliche Erklärungen.1

Die Wetterregeln zu Martini blicken fast alle auf den Winter. Nebel soll einen milden Winter bringen, ein klarer Tag einen frühen, Schnee an Martini einen langen und harten. Eine statistische Prüfung wie bei Siebenschläfer oder Schafskälte nennen die hier verwendeten Quellen für Martini nicht.2

Alle Regeln des Monats: Bauernregeln im November

Häufige Fragen

Was ist Martini?

Der bairische und österreichische Name für den Martinstag am 11. November, das Fest des heiligen Martin von Tours.

Warum isst man an Martini Gans?

Am Martinstag waren früher Abgaben fällig, häufig auch in Form von Gänsen. Die Legenden um den Heiligen und die Gänse sind erst seit dem 16. Jahrhundert bekannt.

Quellen

  1. Wikipedia: Martinstag (Version 270820750)
  2. Wikipedia: Liste von Bauernregeln (Version vom 30. September 2026), Regeltexte

Regeltexte: Wikipedia-Artikel „Liste von Bauernregeln“ (Version vom 30. September 2026), Autoren siehe Versionsgeschichte, Lizenz CC BY-SA 4.0. Verändert: nach Kalendertagen geordnet, Gedankenstriche durch Kommas und Verweispfeile durch „siehe“ ersetzt, mit „oder“ angegebene Varianten als eigene Regel aufgeführt, Anmerkungen teils abgesetzt, Zeilenumbrüche vereinheitlicht. Die Zusammenstellung der Regeln auf dieser Seite steht ebenfalls unter CC BY-SA 4.0.

Der Text dieses Artikels ist eine freie Bearbeitung des Wikipedia-Artikels „Martinstag“ (Version 270820750), Autoren siehe Versionsgeschichte, Lizenz CC BY-SA 4.0. Er steht ebenfalls unter CC BY-SA 4.0. Bearbeitung und Auswahl: Redaktion Bauernregeln heute.