Bauernregeln heute

Eisheilige: 11. bis 15. Mai

Vom 11. bis 15. Mai liegen die Gedenktage der Eisheiligen. Nach alter Regel sind erst danach keine Nachtfröste mehr zu fürchten, und erst danach soll man empfindliche Pflanzen ins Freie setzen.

Datum
11. bis 15. Mai
Heilige
Mamertus (11.), Pankratius (12.), Servatius (13.), Bonifatius (14.), Sophie (15.)
Regel im Kern
Vor dem Ende der Eisheiligen ist Nachtfrost möglich
Meteorologisch
Singularität, ein häufig wiederkehrender Kälterückfall
Trefferquote
39 Prozent (8. bis 18. Mai, letzte 100 Jahre, Deutschland)

Die Regeln

11. Mai: St. Mamertus (Eisheiliger)

  • Georgus und Marks (23. und 25. April),die bringen oftmals was Arg’s;Philippi und Jakobi (1. Mai),sind dann noch zwei Grobi;Pankraz, Servaz, Bonifazi (12., 13., 14. Mai),das sind erst drei Lumpazi.Oft der Urban gar (25. Mai),ist streng fürwahr,und Peter und Paul (29. Juni),die sind meist nur faul.
  • Der heilige Mamerz,der hat von Eis ein Herz;Pankratius hält den Nacken steif,sein Harnisch klirrt von Frost und Reif;Servatius’ Hund der Ostwind ist,hat schon manch’ Blümlein totgeküsst;und zum Schluss, da fehlet nie,die eisigkalte Sophie.
  • Pankrazi, Bonifazi, Servazi sind drei frostige Lumpazi. Und zum Schluss fehlt nie die kalte Sophie.
  • Mamertus, Pankratius und hinterher Servatius, sind gar gestrenge Herrn, die ärgern die Bauern und auch die Winzer gern.
  • Mamertus, Pankratius, Servatius, die bringen oft Kälte und Verdruss, doch auch der Bonifazi, das ist erst ein Lumpazi.
  • Pankratius, Servatius, Bonifatius, der Winzer sie beachten muss: Geh’n sie vorüber ohne Regen, bringt’s dem Weine großen Segen.
  • Gehen die Eisheiligen ohne Frost vorbei, schreien die Bauern und Winzer juchhei.

12. Mai: St. Pankratius (Eisheiliger)

  • Georgus und Marks (23. und 25. April),die bringen oftmals was Arg’s;Philippi und Jakobi (1. Mai),sind dann noch zwei Grobi;Pankraz, Servaz, Bonifazi (12., 13., 14. Mai),das sind erst drei Lumpazi.Oft der Urban gar (25. Mai),ist streng fürwahr,und Peter und Paul (29. Juni),die sind meist nur faul.
  • Wenn’s an Pankratius gefriert, so wird im Garten viel ruiniert.
  • Pankratius hält den Nacken steif, sein Harnisch klirrt von Frost und Reif.
  • Ist Sankt Pankratius schön, wird guten Wein man sehn.
  • Wenn es am Pankratiustag schön ist, so ist das gutes Zeichen zu einem schönen und reichen Herbst.
  • Pankraz und Servaz, zwei böse Brüder, was der Frühling gemacht, zerstören sie wieder.
  • Pankraz muss vorüber sein, will man vor Nachtfrost sicher sein.

13. Mai: St. Servatius (Eisheiliger)

  • Georgus und Marks (23. und 25. April),die bringen oftmals was Arg’s;Philippi und Jakobi (1. Mai),sind dann noch zwei Grobi;Pankraz, Servaz, Bonifazi (12., 13., 14. Mai),das sind erst drei Lumpazi.Oft der Urban gar (25. Mai),ist streng fürwahr,und Peter und Paul (29. Juni),die sind meist nur faul.
  • Servaz muss vorüber sein, will man vor Nachtfrost sicher sein.
  • Nach Servaz kommt kein Frost mehr her, der dem Rebstock gefährlich wär’.
  • Servatius’ Hund (Mund) der Ostwind ist, hat manches Blümlein totgeküsst.

14. Mai: St. Bonifaz (Eisheiliger)

  • Georgus und Marks (23. und 25. April),die bringen oftmals was Arg’s;Philippi und Jakobi (1. Mai),sind dann noch zwei Grobi;Pankraz, Servaz, Bonifazi (12., 13., 14. Mai),das sind erst drei Lumpazi.Oft der Urban gar (25. Mai),ist streng fürwahr,und Peter und Paul (29. Juni),die sind meist nur faul.
  • Vor Bonifaz kein Sommer, nach der Sophie (15. Mai) kein Frost.
  • Wer seine Schafe schert vor Bonifaz, dem ist die Woll’ lieber als das Schaf.

15. Mai: „Kalte Sophie“ (Eisheilige)

  • Die kalt’ Sophie, die bringt zum Schluss ganz gern noch einen Regenguss.
  • Vor Nachtfrost bist du sicher nicht, bevor Sophie vorüber ist.
  • Gehen die Eisheiligen ohne Frost vorbei, schreien die Bauern und Winzer Juchei.

Einordnung

Fünf Heiligentage im Mai tragen den Sammelnamen Eisheilige: Mamertus am 11., Pankratius am 12., Servatius am 13., Bonifatius am 14. und Sophie am 15. Mai. Andere Namen sind Gestrenge Herren, Eismänner oder Maifröste.1

Wo die Eisheiligen beginnen, hängt von der Gegend ab. Im Norden Deutschlands gilt Mamertus als erster Eisheiliger, im Süden, in der Deutschschweiz und in Österreich Pankratius. Eine Erklärung dafür: Kaltluft, die manchmal von Norden kommt, erreicht Süddeutschland etwa einen Tag später.1

Der landwirtschaftliche Kern ist schlicht. Säte ein Bauer zu spät, fiel die Ernte gering aus. Säte er zu früh, konnte ein Bodenfrost die junge Saat vernichten. Die Regel setzte deshalb eine Grenze: Erst nach der Kalten Sophie gilt das milde Wetter als sicher.1

In der Meteorologie gelten die Eisheiligen als Singularität. Anfang Mai kann es schon warm sein, doch strömt Polarluft nach Mitteleuropa und klart der Himmel nachts auf, kann die nächtliche Abstrahlung zu Bodenfrost führen.1

Die Statistik ist ernüchternd. Für Deutschland und die letzten 100 Jahre ergibt sich im Zeitraum vom 8. bis 18. Mai, ohne Berücksichtigung der Kalenderreform, eine Wahrscheinlichkeit von 39 Prozent für Temperaturen um 10 Grad. In 61 Prozent der Jahre trafen die Eisheiligen nach heutigem Kalender nicht zu. Messreihen in der Schweiz zeigen keine Häufung von Frost an diesen Tagen, Messreihen in Österreich dagegen einen deutlichen Temperatureinbruch zur Zeit der verschobenen Eisheiligen.1

Verschoben deshalb, weil die Namenstage aus dem julianischen Kalender stammen. Mit der Gregorianischen Kalenderreform von 1582 wurden zehn Tage übersprungen, die Regel müsste man heute eine gute Woche später anwenden. Seit dem Ende der Kleinen Eiszeit sind Frosteinbrüche im Frühjahr zudem seltener, kürzer und milder geworden.12

Alle Regeln des Monats: Bauernregeln im Mai

Häufige Fragen

Wann sind die Eisheiligen?

Vom 11. bis 15. Mai. Im Norden zählt man meist die ersten drei, Mamertus bis Servatius. Im Süden beginnt man mit Pankratius am 12. Mai und zählt bis zur Kalten Sophie am 15. Mai.

Wer ist die Kalte Sophie?

Die heilige Sophia, eine Märtyrerin des 3. oder 4. Jahrhunderts, Gedenktag 15. Mai. Sie ist der letzte Tag der Eisheiligen.

Soll ich mit dem Pflanzen bis nach den Eisheiligen warten?

Die Regel ist eine Faustregel, keine Vorhersage. Wer frostempfindliche Pflanzen setzen will, verlässt sich besser auf den aktuellen Wetterbericht für den eigenen Ort.

Quellen

  1. Wikipedia: Eisheilige (Version 267102693)
  2. Wikipedia: Gregorianischer Kalender (Version 268575048), Kalenderreform 1582
  3. Wikipedia: Liste von Bauernregeln (Version vom 30. September 2026), Regeltexte

Regeltexte: Wikipedia-Artikel „Liste von Bauernregeln“ (Version vom 30. September 2026), Autoren siehe Versionsgeschichte, Lizenz CC BY-SA 4.0. Verändert: nach Kalendertagen geordnet, Gedankenstriche durch Kommas und Verweispfeile durch „siehe“ ersetzt, mit „oder“ angegebene Varianten als eigene Regel aufgeführt, Anmerkungen teils abgesetzt, Zeilenumbrüche vereinheitlicht. Die Zusammenstellung der Regeln auf dieser Seite steht ebenfalls unter CC BY-SA 4.0.

Der Text dieses Artikels ist eine freie Bearbeitung des Wikipedia-Artikels „Eisheilige“ (Version 267102693), Autoren siehe Versionsgeschichte, Lizenz CC BY-SA 4.0. Er steht ebenfalls unter CC BY-SA 4.0. Bearbeitung und Auswahl: Redaktion Bauernregeln heute.